Julie Hayward Give me shelter, 2023. Wood, aluminium, rubber, carpet; 192 x 186 x 556 cm, © Niklas Koschel
Fabian Seiz Nose, 2025 (aus der Serie „Names“). Wood, chipborad, metal, 120 x 55 x 134cm, © Fabian Seiz


JULIE HAYWARD & FABIAN SEIZ

Matters Called Things

Ausstellungseröffnung / opening: 24.2.2026, 18-21 Uhr

Ausstellungsdauer / duration: 25.2.-21.3.2026

projektraumviktorbucher
a 1020 wien, praterstrasse 13/1/2

mob +43 (0) 676 561 988 0
projektraum@sil.at
www.projektraum.at



„Matters Called Things" (Angelegenheiten, die man Dinge nennt), bezeichnet einen sprachlichen Ausdruck, bei dem abstrakte Vorgänge, Probleme oder Sachverhalte vereinfacht als "Dinge" oder "Sachen" zusammengefasst werden. Es handelt sich oft um eine euphemistische oder umgangssprachliche Umschreibung für Angelegenheiten, die man nicht präzise benennen kann- oder möchte. Unangenehme Vorfälle wurden historisch oft mit neutraleren Begriffen wie „Sachen“ benannt, um die negative Konnotation zu mildern. Im modernen Sprachgebrauch wird der Begriff oft genutzt, um auszudrücken, dass hinter scheinbar einfachen Objekten („Dingen“) komplexe Themen, Probleme oder rechtliche Sachverhalte („Angelegenheiten“) stehen.

Julie Hayward und Fabian Seiz nähern sich dem Thema Matters Called Things auf unterschiedliche und doch auch ähnliche Art und Weise. Geht man von der Umschreibung für „Dinge“ als komplexe, unangenehme oder unklare Angelegenheiten aus, trifft dies wohl mehr auf die Arbeitsweise von Julie
Hayward zu. Hingegen kann die Leseweise, dass „Dinge“ als Gegenstände, Objekte oder Sachen bezeichnet werden bzw. philosophisch betrachtet, eine unabhängige Existenz besitzen, eher den Arbeiten von Fabian Seiz zugeordnet werden.

„Angelegenheiten, die man Dinge nennt“ (oder häufiger: „Dinge, die man Angelegenheiten nennt“), was sich auf die wechselseitige Beziehung zwischen abstrakten Aufgaben und konkreten Objekten bezieht, trifft dann wieder auf beide zu. Und wenn sich die zwei Künstler*Innen formal von unterschiedlichen
Seiten dem Thema nähern, so sind auch inhaltliche Übereinstimmungen zu erkennen, was Alfred Kaufmann folgendermaßen formuliert:

„Julie Hayward und Fabian Seiz nähern sich in ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung „Matters Called Things“ dem Topos skulpturale Form sowohl handwerklich wie auch ästhetisch von höchst unterschiedlichen Seiten. In dem Feld dieser Reibungsenergie werden aber die verbindenden Elemente
der beiden Arbeitsweisen, wie etwa die grundsätzliche Frage wie das Formal-Haptische mit Inhalten und Bedeutung geladen wird, umso klarer sichtbar.“


 EN

"Matters Called Things" is a linguistic expression in which abstract processes, problems, or situations are simplified and summarized as "things" or "matters." It is often a euphemistic or colloquial way of describing matters that cannot—or should not—be precisely named. Historically, unpleasant incidents were often referred to with more neutral terms like "matters" to soften the negative connotation. In modern usage, the term is often used to express that complex issues, problems, or legal matters ("matters") lie behind seemingly simple objects ("things").  

Julie Hayward and Fabian Seiz approach the theme of Matters Called Things in different yet similar ways. If one considers "things" as complex, unpleasant, or unclear matters, this probably applies more to Julie Hayward's approach. In contrast, the interpretation that "things" are described as objects, items, or things, or - from a philosophical perspective - possess an independent existence, is more readily associated with the work of Fabian Seiz.

“Matters Called Things” (or more often: “Things Called Matters”), which refers to the reciprocal relationship between abstract tasks and concrete objects, then applies to both. And while the two artists formally approach the topic from different angles, thematic similarities can also be discerned, which Alfred Kaufmann puts as follows:

“In their first joint exhibition, ‘Matters Called Things,’ Julie Hayward and Fabian Seiz approach the topos of sculptural form from highly different perspectives, both in terms of craftsmanship and aesthetics. However, within this field of friction, the connecting elements of their two approaches, such as the fundamental question of how the formal and haptic are imbued with content and meaning, become all the more clearly visible.”
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